Gesprächsrunde mit Ilona Pászthy, Emily Welther und Olaf Reinecke

Nach der Aufführung von Ilona Pászthys (D) Stück “einszwei…” boten wir die Möglichkeit sich im Diskursbüro mit der Regisseurin sowie den beiden Tänzern Emily Welther und Olaf Reinecke über das Stück auszutauschen. Es war eine sehr interessante Gesprächsrunde, die sich um Themen wie die Veränderung der Kommunikationssituation im Medium Internet drehte. Besonders beschäftigen wir uns mit den veränderten Parametern der Wahrnehmung des anderen im Rahmen eines solchen Medium. Festzuhalten bleibt, dass in unserer echnologisch fortgeschrittenen Zeit diese Medien zwar suggerieren, wir könnten unsere Anwesenheit und Teilnahme über den ganzen Globus ausbreiten, sich dennoch stets eine besondere Spannung zwischen globaler Vernetzung/Erreichbarkeit  und den veränderten Kommunikationsparameter durch das Fehlen der körperlichen Instanz aufbaut. Anders formuliert : Ein Videogespräch suggeriert zwar globale Präsenz und eine besonders intime Art der Nähe auf verschiedenen Kommunikationskanälen ( Bild und Ton), zeichnet sich aber gleichzeitig durch die Unmöglichkeit der  Nähe, genauer der Berührung, aus. Weiterhin gab es auch viele interessante Einblicke zu den Hintergründen, Konzept und Entstehung des Stückes.

Ehrlich gesagt ich denke, es ist unmöglich dem vielseitigen Gespräch in ein paar kurzen Sätzen gerecht zu werden. Ich hoffe allerdings, dass vielleicht einen neuen Einblick erhalten haben.  Das Stück wird um 21:00 Uhr aufgeführt und um 20:45 gibt es im Diskursbüro eine Einführung zu „einszwei“. Rechtzeitiges Kommen lohnt sich also.

Eine Antwort zu “Gesprächsrunde mit Ilona Pászthy, Emily Welther und Olaf Reinecke”

  1. In Bezug auf das Verhältnis von Nähe und Distanz der Kommunikation durch neue Medientechnologien, welches im Artikel angesprochen wird, stellen sich mir zwei Fragen:

    1) Ist die Suggestion einer möglichst intimen Nähe überhaupt das Anliegen neuerer Kommunikationformen, etwa des Videogesprächs? Nur weil visuelle und akustische Kanäle immer häufig gemeinsam verwendet werden, heißt dies ja noch nicht, dass etwa eine Nähe von Geruch, Geschmack oder eben hier Berührung ebenso gewünscht wäre…

    2) Handelt sich bei dem Defizit von körperlicher Präsenz als Unmöglichkeit der Berührung nicht um eine alltägliche Erfahrung, welche unabhängig von Formen der Video/Audio-Kommunikation ist? Unter welchen Beziehungen lassen die gesellschaftlichen Konventionen überhaupt körperliche Berührung zu?

    3) Ist die Unmöglichkeit der Berührung beim Videogespräch wirklich ein kategorialer Makel des Systems Telekommunkation? Stellt sie nicht bloß einen Aspekt dar, welche bloß noch technisch zu knacken ist? Wenn wir uns mit der telefonischen Stimme als reale Stimme und dem Video-Gesicht als reales Antlitz abfinden; wieso sollte gerade die künstlich übersetzte Berührung dort eine Ausnahme bilden?

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