Fabien Prioville: Jailbreakmind
Ausgangspunkt der Entwicklung des Stückes ist für Prioville ein reales Ereignis, ein Amoklauf der 2008 in Akihabara, einem Stadtteil von Tokyo stattgefunden hat. Der damals 25jährige Täter raste mit seinem Auto in eine Menschenmenge und ging im Anschluss mit einem Messer auf die Menschen los. Ausgehend von dieser tragischen Tat beschäftigt sich Prioville mit der Identität des Individuums und Wirkung von Computerspielen. Er entwirft eine Scheinwelt aus Codes, flimmernden Bildern und Gewalt : Jailbreakmind
In seine Einzelteile zerlegt, bedeutet der Name Jail = Gefängnis, Break = (Aus-)Bruch und Mind = Geist. Schon der Titel wirft einige Fragen auf: Ist der Geist gefangen? Bricht die Gefangenschaft den Geist oder bricht am Ende der Geist aus dem Gefängnis aus? Was könnte dieses Gefängnis sein? Ist es die Befangenheit des Geistes in der Materialität des Körpers? Kann der Geist sich befreien, in dem er eine neue Welt, den virtuellen Raum betritt? Bietet dieser Raum der unendlichen Möglichkeiten Freiheit, eine neue Identität? Oder nimmt die Virtualität den Geist am Ende doch nur neu gefangen, verwirrt ihn in einem dynamischen Netz aus Raumstrecken und Emotionen? Welche Emotionen entstehen aus der Sicht des Tänzers, stellvertretend für ein Individuum, mit der virtuellen Welt und wie stellt sich diese virtuelle Welt im Tanzstück dar? Es geht in diesem Text nicht darum diese Fragen abschließend zu klären, da dieser Versuch nicht dem Spielraum der Interpretation, den eine solche Performance bietet, gerecht werden könnte. Der Test möchte aber versuchen, Anregungen zur Betrachtung und Einblicke in diese Welt zu geben.

